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19.09.2026 | 19:30 Uhr
T V
Nachrichten
hessenschau
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Begründung und weitere Details:
Programmbeschwerde zur hessenschau vom 19.09.2026, 19:30 Uhr Sehr geehrter Herr Hager, hiermit erhebe ich Programmbeschwerde gegen die Berichterstattung der hessenschau vom 19. September 2026. Am heutigen Samstag fand auf dem Römerberg in Frankfurt am Main die „Trauerwache Deutschland“ statt. Die Veranstaltung war öffentlich angekündigt und sollte von 14 bis 19 Uhr stattfinden. Nach Angaben der Veranstalter handelte es sich um eine öffentliche Gedenkkundgebung mit anschließendem Trauermarsch zum Gedenken an Menschen, die seit 2015 durch Gewalttaten ums Leben gekommen sind. Angehörige, Hinterbliebene und weitere Teilnehmer sollten dabei den Opfern ein Gesicht und eine Stimme geben. (Trauerwache Deutschland) Die Veranstaltung war damit nicht nur eine kleine lokale Zusammenkunft, sondern ein öffentlich angekündigtes Gedenken mit überregionalem Bezug, an dem zahlreiche Angehörige von Gewaltopfern teilnahmen. Auch ein umfangreicher Trauermarsch durch die Frankfurter Innenstadt war Bestandteil der Veranstaltung. Umso unverständlicher ist für mich, dass die hessenschau am selben Tag überhaupt keinen Hinweis auf diese Veranstaltung ausgestrahlt hat. Dies ist insbesondere deshalb erklärungsbedürftig, weil gleichzeitig über den CSD in Offenbach berichtet wurde. Selbstverständlich muss eine Nachrichtensendung nicht über jede Veranstaltung berichten. Entscheidend ist jedoch, nach welchen journalistischen Kriterien Themen ausgewählt und andere Themen vollständig unberücksichtigt gelassen werden. Hinzu kommt ein weiterer Gesichtspunkt: Im öffentlich übertragenen Livestream der Trauerwache wurde Michael Kyrath, der Initiator der Veranstaltung und Vater des im Zug von Brokstedt getöteten Mädchens Ann-Marie, aus dem Publikum ausdrücklich nach der Abwesenheit von Politikern gefragt. In der betreffenden Passage des Livestreams (ca. 5:34:55) verweist Kyrath auf die öffentlichen Reaktionen bzw. Absagen von Politikern und darauf, dass er hierzu bereits in Videos und Nachrichten Stellung genommen habe. Diese Passage ist deshalb von Bedeutung, weil die Veranstaltung ausdrücklich auch politische Repräsentanten eingeladen hatte. Die Frage ihrer Teilnahme oder Nichtteilnahme wurde somit öffentlich auf der Veranstaltung selbst thematisiert. Es waren lediglich, wie viele gesehen hatten, Landtagsabgeordnete der AfD aus Hessen, auch aus Hamburg und weitere AfD Politiker vor Ort. Ich bitte den hr daher ausdrücklich um Aufklärung, ob die Redaktion der hessenschau über die Veranstaltung, ihre politische Bedeutung und die angekündigten bzw. erfolgten Einladungen an politische Vertreter informiert war. Falls dies der Fall war, stellt sich umso dringlicher die Frage, weshalb die Veranstaltung keinerlei Erwähnung fand. Denn hier geht es nicht um die Bewertung einer politischen Forderung der Veranstalter. Es geht um die journalistische Berichterstattung über ein öffentliches Ereignis, bei dem Angehörige von Gewaltopfern gemeinsam öffentlich trauerten. Die „Trauerwache Deutschland“ selbst beschreibt ihre Veranstaltung ausdrücklich als öffentliches Gedenken an Menschen, die seit 2015 durch Gewalttaten ums Leben gekommen sind, und als Möglichkeit für Angehörige, Überlebende sowie Einsatz- und Rettungskräfte, ihre Erinnerungen und Gedanken öffentlich zu teilen. (Trauerwache Deutschland) Vor diesem Hintergrund bitte ich um konkrete Antworten auf folgende Fragen: 1. War die Redaktion der hessenschau über die Trauerwache Deutschland am 19.09.2026 auf dem Römerberg informiert? 2. War ein Reporter oder Kamerateam des hr vor Ort? 3. Wenn nein: Aus welchem Grund wurde auf eine Berichterstattung verzichtet? 4. Wenn die Veranstaltung der Redaktion bekannt war: Nach welchen konkreten journalistischen Kriterien wurde entschieden, dass sie keine Erwähnung in der hessenschau erhält? 5. Nach welchen Kriterien wurde dagegen die zeitgleich stattfindende Veranstaltung des CSD Offenbach für die Berichterstattung ausgewählt? 6. War der Redaktion bekannt, dass zahlreiche Angehörige von Gewaltopfern an der Trauerwache teilnahmen und dass ein öffentlicher Trauermarsch durch die Frankfurter Innenstadt vorgesehen war? 7. War der Redaktion bekannt, dass politische Vertreter zur Teilnahme eingeladen worden waren und dass deren Zu- bzw. Absagen auf der Veranstaltung selbst thematisiert wurden? 8. Wie beurteilt der hr die vollständige Nichtberichterstattung über die Trauerwache im Hinblick auf den gesetzlichen Auftrag zu umfassender regionaler Berichterstattung sowie auf die Grundsätze von Objektivität, Unparteilichkeit, Meinungsvielfalt und Ausgewogenheit? Ich halte insbesondere die letzte Frage für zentral. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss nicht jede politische Forderung übernehmen und muss auch nicht jede Veranstaltung inhaltlich gutheißen. Er muss aber gesellschaftlich relevante Ereignisse sichtbar machen und darf die gesellschaftliche Realität nicht dadurch verzerren, dass bestimmte Formen gesellschaftlichen Engagements regelmäßig keine journalistische Beachtung finden. Gerade deshalb erwarte ich vom hr eine nachvollziehbare Erklärung der redaktionellen Entscheidung. Ich möchte ausdrücklich keine politische Bewertung der Trauerwache verlangen. Ich verlange vielmehr eine Erklärung dafür, warum eine öffentlich angekündigte, gut besuchte Gedenkveranstaltung auf dem zentralen Frankfurter Römerberg mit Angehörigen von Gewaltopfern und einem anschließenden Trauermarsch in der hessenschau vollständig unerwähnt blieb. Das ist eine journalistische Frage – und genau als solche stelle ich sie. Mit freundlichen Grüßen
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